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Röhrnbach, der „Markt mit Herz“

Die Marktgemeinde Röhrnbach liegt inmitten eines weiten, sanften Hügellandes in Niederbayern, im Einzugsbereich der Ilz, im Ferienland am Nationalpark Bayer. Wald. Die Lage am „Goldenen Steig“, einem wichtigen mittelalterlichen Handelsweg, führte 1612 zur Verleihung der Marktrechte.

 

Als „Staatlich anerkannter Erholungsort“ empfiehlt sich Röhrnbach mit seinen umliegenden Ortschaften als ideales Urlaubsgebiet, als Ferienort mit vielfältigen Möglichkeiten. Dem Erholungssuchenden stehen rund 60 km gut gepflegte und ausgeschilderte Wanderwege zur Verfügung, um die Natur hautnah erleben zu können. Aufgrund der günstigen Lage können Sie von hier aus auf kurzen Wegen viele interessante Ausflugsziele erreichen: Den Nationalpark Bayer. Wald, die Bayerwaldberge oder die Dreiflüssestadt Passau.

 

Dem Urlaubsgast wird eine breite Palette an Übernachtungsmöglichkeiten geboten: Angefangen von gepflegten, preisgünstigen Ferienwohnungen über modern ausgestattete Pensionen bis hin zu komfortablen Hotels der gehobenen Klasse mit Fitness- und Wellnesseinrichtungen. Freuen Sie sich auf Röhrnbach – wir wünschen Ihnen einen angenehmen und erholsamen Urlaub in unserer Marktgemeinde „mit Herz“!

 

 

 

Der 1612 zum Markt erhobene Ort des Hochstiftes Passau (der weitgehende Eigenrechte genoss) wurde 1803 mit dem größten Teil des hochstiftischen Gebietes zugunsten Erzherzog Ferdinand von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die ehemals selbständigen Gemeinden Wilhelmsreut und Oberndorf wurden 1971, die frühere Gemeinde Außernbrünst 1976 eingemeindet. 1978 wurde ein Großteil der ehemaligen Gemeinde Kumreut angegliedert.

Einwohnerentwicklung:

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 3.832, 1987 dann 4.145 und im Jahr 2000 4.492 Einwohner gezählt.Seit dem Jahr 2006 leben rund 4800 Menschen in Röhrnbach.

Verkehr:

Röhrnbach ist mit der Bundesstraße 12 von Passau nach Freyung / Grenzübergang Philippsreut an das überörtliche Straßenverkehrsnetz angeschlossen.

Bis 1982 besaß Röhrnbach einen im Personenverkehr bedienten Bahnhof an der Ilztalbahn von Passau nach Freyung, welcher bis 2002 auch regelmäßig von Sonderzügen der Passauer Eisenbahnfreunde angefahren wurde. Aufgrund der in diesem Jahr aufgetretenen Hochwasserschäden ist sie seitdem nicht mehr befahrbar. Ein Abriss der Strecke und der Bau eines Radweges wurde im Sommer 2007 vom Eisenbahnbundesamt aufgrund bestehender Reaktivierungsbemühungen verboten.


 Wappen Röhrnbach

 

Wappenbeschreibung:

In Silber ein rotes Herz.

Wappengeschichte:
Das in der Heraldik seltene Bild eines Herzens im damaszierten Feld ist auf die Wappen der Passauer Fürstbischöfe aus dem Hause Habsburg, die Erzherzöge Leopold (1598-1625) und Leopold Wilhelm (1625-1662), zurückzuführen. Die Herrschaft Röhrnbach wurde 1593 vom Hochstift Passau erworben. Röhrnbach war bereits seit dem 15. Jahrhundert Sitz eines hochstiftischen Amtes und erhielt 1593 und 1612 beschränkte Marktrechte, die später widerrufen, dann wieder bestätigt wurden. Der bis 1803 fürstbischöfliche Markt hatte nur begrenztes Selbstverwaltungsrecht. Deshalb sind auch keine älteren Ortssiegel vorhanden. Das Bischofswappen mit dem Herzen fand sich auf den 1625 gesetzten Grenzsteinen der Burgfriedensmark Röhrnbach, von denen noch heute einer bei der Bruckmühle steht, und auf dem 1657 errichteten, 1883 zerstörten Marktbrunnen. Das Marktwappen taucht erstmals in einem Siegel von 1882 auf, in der Literatur ist es ab 1895 zu finden. Eine förmliche Verleihung des Wappens Anfang der 1880er-Jahre ist nicht nachweisbar. Das Herz wurde zur Zeit der Siegel- und Wappenannahme und bis in die neueste Zeit fehlgedeutet, weil die Zusammenhänge nicht mehr bekannt waren. Um 1890 erklärte man sich das Herz im Wappen mit der damals noch bekannten volkstümlichen Erzählung "vom guten Herzen" der Edelleute Burkhard Puchberger, Jörg Watzmannsdorfer und Ulrich Schätzl, die bei einer Hungersnot 1459 sieben Monate lang an den Kirchentüren von Freyung, Röhrnbach und Waldkirchen Lebensmittel an Bedürftige verteilen ließen. Um 1910 glaubte man, dass sich diese Geschichte erst im Dreißigjährigen Krieg zugetragen habe.

 

Wappendaten:

Wappenführung seit:   Ende des 19. Jahrhunderts

Rechtsgrundlage:        Das Wappen ist aus dem Siegelbild abgeleitet; Siegelführung seit 1882 belegt.

Ehemalige Gemeinden mit eigenem Wappen:Außernbrünst, Kumreut

Literatur, Archivalien, Links:
Praxl, Paul: Das Wappen des Marktes Röhrnbach, in: Der Markt Röhrnbach in Vergangenheit und Gegenwart, Röhrnbach 1990, S. 111 f.
Hupp, Otto: Die Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer, 6. Heft: Oberbayern und Niederbayern, Frankfurt am Main 1912, S. 81, 82, 84
Stadler, Klemens: Die Wappen der niederbayerischen Landkreise und Gemeinden, Landshut 1960, S. 56, 121 f.
Stadler, Klemens: Deutsche Wappen, Bd. 6, Bremen 1968, S. 52
Veit, Ludwig: Passau. Das Hochstift (Historischer Atlas von Bayern, Altbayern 35), München 1978, S. 182 ff., 477 f.
Heyl, Stephanie: Gemeindewappen in Bayern, Diplomarbeit Fachhochschule Potsdam 2006, S. 60
www.roehrnbach.de
Unser Bayern. Heimatbeilage der Bayerischen Staatszeitung, 1964, S. 32, 72 (zu Außernbrünst und Kumreut)

Bayerisches Hauptstaatsarchiv NL Hupp 2873/3
Bearbeitung: Emma Mages

 

 
 

 

 
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